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Abteilung Tischtennis
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Unser Sportwart Jonah Sonntag bittet um Mithilfe bei seiner Masterarbeit durch Teilnahme an einer 5-minütigen Umfrage, Teilnahme über diesen Link: Direktlink zu Umfrage von Jonah Sonntag

VDTT Symposium, Juli 200

Wir veröffentlichen einen Beitrag von Rudi Endres, der auch diesmal wieder auf dem Symposium des Vereins deutscher Tischtennistrainer war. Als ein Schwerpunkt hat Helmut Hampel, Trainer von Timo Boll, dessen Heranführung an die Weltklasse dargelegt.
Andere, ähnlich gehaltvolle Artikel veröffentlichen wir natürlich auch in Zukunft gerne auf unserer Homepage.

1. Grunds?tzliche ?berlegungen zum Thema Taktik

Jimmie Langham erl?utert die unterschiedlichen Begriffsdefinitionen und gibt taktische Hinweise zum Spiel gegen die verschiedenen Spielsysteme.

Beispiele:
VH orientiert nahe Halbdistanz (Kreanga): extrem au?en anspielen
Distanz (Saive): weit au?en anspielen und Tempowechsel
Beidseitiges Angriffspiel am Tisch (Boll): viel in die Mitte spielen
Moderne Abwehr (Joo): Tempowechsel und viel in die Mitte spielen
Zahlreiche Variationen werden ausf?hrlich er?rtert und praktisch ausprobiert.

2. Entwicklung von Schlagtechniken.

Helmut Hampel (Trainer des TTV G?nnern und Privattrainer von Timo Boll) beschreibt ausf?hrlich den Werdegang von Timo Boll.
Hampel erl?utert den Zeitaufwand im Hochleistungssport am Beispiel Timo Boll. Zeitaufwand vom 8 – 13. Lebensjahr:
15 Stunden TT die Woche + 6 St. Konditionstraining w?chentlich + 40 Minuten Aufschlagtraining t?glich.
Ab dem 13. Lebensjahr trainierte er drei Tage w?chentlich unter Profibedingungen und wurde f?r diese Zeit von der Schule freigestellt. Die Schule legte alle „weniger wichtigen F?cher" auf die Tage, an denen er nicht anwesend sein konnte. An den ?brigen Tagen wurde das bisherige Trainingsprogramm beibehalten.
Hinzu kamen 45 Tage Lehrgang im Jahr. Ab dem 13. Lebensjahr trainierte er fast nur mit Bundesligaprofis. Nach der Mittleren Reife verlie? Boll die Schule und trainierte 2x t?glich.

Hampel erl?utert die Kernpunkte seines Tischtennistrainings.

a. Der Schlag – Druckpunkt

Boll bevorzugt auf der RH den RH – Griff (Daumen dr?ckt auf das Schl?gerblatt) und auf der VH den VH – Griff (Zeigefinger dr?ckt auf das Schl?gerblatt, w?hrend der Daumen keinen Druck aus?bt oder sogar das Schl?gerblatt nicht ber?hrt). Boll greift nicht immer v?llig um, sondern verlagert nur den Druckpunkt. Vorteile: besseres Ballgef?hl, freies Handgelenk, h?here Beschleunigung.

b. Unterarm – Handgelenk Einsatz

Der Topspin wird nur mit kurzen Unterarm und Handgelenkbewegungen gespielt. Es erfolgt kein weites Ausholen nach hinten. Diese Technik ist nur mit frisch geklebten Bel?gen, oder auch mit Bel?gen mit eingebautem Frischklebeeffekt m?glich. Bei letzteren fehlt der ausgepr?gte Sound und damit die deutliche R?ckmeldung. Hampel fordert die Einf?hrung der kurzen Bewegungen bereits im Kindesalter.

c. Schlagausgangspunkt vor dem K?rper

Der Ausgangspunkt f?r jeden Schlag ist vor dem Brustbein. Der Wechsel zwischen zwei Schl?gen erfolgt ebenfalls immer „?ber oben Mitte und nie unten im Beinbereich". Nur so ist der Zeitdruck nah am Tisch zu bew?ltigen und die Vorspannung f?r die einzelnen Schl?ge optimal.
Beim RH – Spinkonter oder RH - Konter befindet sich der Ellbogen in der Ausholphase vor dem Handgelenk (wegen der Vorspannung). Parallel stehende Spieler bewegen oft nur das Handgelenk. Sie sollten die Schulter etwas in Ballrichtung drehen.

d. Balance beim Balltreffpunkt

Die Beine sollten so weit auseinander stehen, dass die Netzkante deutlich fixiert werden kann. Die in den Lehrb?chern geforderte Breite der Beinstellung ist zu gering. Aufgrund der tieferen K?rperhaltung und dadurch sehr breiten Beinstellung hat man nicht nur eine gr??ere Stabilit?t, sondern sieht den Ball von vorne und nicht von oben. Dies ist wichtig, um die Rotation richtig einzusch?tzen.
Kreuzschritte sind f?r das Spiel am Tisch und in der nahen Halbdistanz verboten. Es sind nur Sidesteps erlaubt. Auch dies entspricht nicht unbedingt der Lehrbuchtechnik.

d. Spinkonter/ - block anstelle Konter/Block

Das leichte ?berziehen der B?lle zwingt den Gegner weiter zur?ck und setzt ihn unter Zeitdruck. Eingestreute „normale" Konter/Blockb?lle sind eine taktische Variante. Alle Angriffsb?lle (auch gegen Schnittabwehr) sollten ?ber Tischh?he erfolgen und zwar etwas vor dem h?chsten Punkt (Boll), sp?testens aber auf dem h?chsten Punkt (Waldner) der Ballflugbahn. Spinvariationen sind durch ?nderung des Schl?gerwinkels m?glich.

e. Wechsel Aktiv – Passiv – Spiel

Ein perfekter Wechsel zwischen aktiven und passiven B?llen gelingt nur, wenn der Topspin kurz und schnell ausgef?hrt und nicht weit ausgeholt wird.

Alle Hinweise Hampels werden von Bundesligaprofi Nico Stehle und einem Jugendlichen demonstriert.

3. Wahrnehmung, Reaktion und Antizipation

Bernd Schiefler gibt einen ausf?hrlichen ?berblick ?ber den sportwissenschaftlichen Kenntnisstand. Entscheidend f?r den TT- Spieler ist das Antizipieren des Balltreffpunkts. Die Beurteilung des Effets ist weniger wichtig. Daher hat eine ?berraschende ?nderung der Ballplatzierung die gr??te Wirkung. Schiefler zeigt dies anhand eines Spiels zwischen Wosik und Waldner. Waldner ?nderte (nur in der Superzeitlupe klar erkennbar) in fast 40 Prozent der Ballwechsel noch kurz vor der Ballber?hrung die Richtung. Wosik tat dies fast nie. Waldner kam daher selbst mit einfachen B?llen oft zum direkten Punktgewinn oder in eine vorteilhafte Position.
Schiefler verlangt ein h?ufigeres Training gegen Material (Anti, Lange Noppen..). Auch sollten Spielsituationen ge?bt werden, die den Spieler unter Zeitdruck zu vorgegebenen Reaktionen zwingen. Das „Gaukeln" sollte nicht verboten, sondern gezielt eingesetzt werden.
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